Laufende Studie
Randomisiert-kontrollierte Therapiestudie zur psychodynamischen und verhaltenstherapeutischen Behandlung von Jugendlichen mit Bulimia nervosa und atypischer Bulimia nervosa
Die Wirksamkeit psychodynamischer aber auch verhaltenstherapeutischer Psychotherapie bei Jugendlichen mit Bulimia nervosa ist bislang empirisch nicht belegt. Ziel der Studie ist die Überprüfung der Wirksamkeit psychodynamischer Psychotherapie und die vergleichende Evaluation der beiden Behandlungsverfahren.
Es wird davon ausgegangen, dass beide Verfahren vergleichbar wirksam sind. Weiter werden Prädiktoren des Therapieerfolges und differentielle Therapieeffekte der Behandlungsverfahren erforscht. Bei Patientinnen mit einer ausgeprägten psychischen Symptomatik sowie bestehender Komorbidität wird im Therapieergebnis von einer Überlegenheit des psychodynamischen Ansatzes ausgegangen. Des Weiteren werden in der psychodynamischen Behandlungsgruppe im Vergleich zur VT-Gruppe signifikant größeren Veränderungen bezüglich interpersoneller und struktureller Merkmale erwartet. Dazu sollen 60 Patientinnen im Alter von 15 bis 20 Jahren mit einer Bulimia nervosa und 40 Patientinnen mit einer atypischen Bulimia nervosa in die Studie eingeschlossen werden.
Die Studie wird an den Studienzentren Heidelberg und Göttingen durchgeführt. Für die untersuchten Behandlungsansätze mit einem Behandlungsumfang von 60 Therapiestunden über einen Zeitraum von 12 Monaten werden Therapiemanuale entwickelt. Nach 6 und 12 Monaten werden Katamnese-Untersuchungen durchgeführt.
Die Untersuchung wird einen wichtigen Beitrag zur Überprüfung der Wirksamkeit psychodynamischer Psychotherapie leisten und zu einer Verbesserung der psychotherapeutischen Versorgung von jugendlichen Patientinnen mit Bulimia nervosa beitragen.
Studiendesign
In die Untersuchung sollen 60 Patientinnen mit Bulimia nervosa (F50.2) sowie 40 Patientinnen mit atypischen Essstörungen (F50.3) mit bulimischer Leitsymptomatik eingeschlossen werden. Alle Patienten sind weiblich und haben ein Alter von 15 bis 20 Jahren. Es erfolgt eine randomisierte Zuteilung auf die Gruppen tiefenpsychologische Psychotherapie sowie dem verhaltenstherapeutischer Therapieansatz. Die Behandlung wird über einen Zeitraum von 12 Monaten mit 60 Behandlungsstunden durchgeführt. Nach 30 und 45 Therapiestunden werden Zwischenmessungen stattfinden und die Notwendigkeit zur Fortsetzung der Behandlung überprüft.
Nach diesem Therapieabschnitt rechnen wir mit 60%-70% remittierter Patientinnen in beiden Therapiegruppen. Jedoch erwarten wir differentielle Erfolgsraten in Abhängigkeit von Störungsausprägung und Therapieverfahren. Nach einem halben und einem Jahr nach Therapieende werden Katamnese-Untersuchungen durchgeführt, um die Stabilität des Behandlungserfolges zu überprüfen.
Die Einschätzung des Therapieerfolgs erfolgt aus verschiedenen Perspektiven. Es werden die Expertensicht sowie die Patientinnen- und Elternsicht berücksichtigt. Der therapeutische Prozess soll aus Therapeuten- und Patientinnensicht beurteilt werden.
Einschlusskriterien für die Studie sind weibliches Geschlecht mit einem Alter von 15 bis 20, die Patientinnen müssen eine Bulimia nervosa oder eine atypische Essstörung nach DSM-IV (und ICD-10) aufweisen. Ausschlusskriterium sind psychotische Erkrankungen, ausgeprägter Substanzabusus oder organische Störungen sowie ADHS, ein IQ <80 und akute Suizidalität. Die Aufnahme der Patientinnen in die Studie begann im Dezember 2006 in Göttingen sowie Mai 2007 in Heidelberg.
Näheres zur Bulimiestudie unter:
