Strukturelle Angebote/ Zusatzleistungen
Seit Beginn des Jahres 2004 sieht sich unsere Erziehungsberatungsstelle vor die Herausforderungen einer berufspolitisch veränderten Landschaft gestellt. Infolge dessen hat sich unser Tätigkeits- und Aufgabenprofil bis heute entscheidend erweitert und verändert.
Angesichts der Misere des städtischen Haushaltes wurde der langjährige Kooperationsvertrag zwischen der Erziehungsberatungsstelle des Instituts und dem Jugendamt der Stadt Heidelberg neu geregelt. Zuvor waren die Personalstellen der Beratungsstelle von der Stadt Heidelberg fest bezuschusst worden; seit 2004 gilt nun die Regelung der Einzelfallvergütung – d. h. es werden nur noch konkret die Arbeitszeiten bezuschusst, die im Beratungskontakt mit dem Ratsuchenden anfallen (und nur, wenn dieser in der Stadt Heidelberg wohnt.)
Neben der unter diesen Vorzeichen weiterhin gewährleisteten individuellen Beratung von Eltern, Kindern und Jugendlichen wurde die Durchführung so genannter struktureller Angebote in die neue Vertragsregelung aufgenommen. Damit ist die fachliche Begleitung, Schulung und Beratung aller im Bereich professioneller Erziehung arbeitenden Institutionen gemeint. Unsere Beratungsstelle – integriert in das Ausbildungsinstitut für Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie – sah sich aufgrund der Vernetzung zwischen Theorie, Forschung und Praxis für diese Aufgabe qualifiziert.
Im Zuge dessen starteten wir im Sommer 2004 ein neues „Beratungsprojekt an der Waldparkschule“ , einer Grund- und Hauptschule im sozialen Brennpunktgebiet auf dem Boxberg. Das Projekt bietet ein neuartiges Beratungsangebot für Schüler, Eltern und Lehrer an der Schnittstelle von Schule, Jugendhilfe und Psychotherapie.
Darüber hinaus entwarfen wir Ende des Jahres 2005 ein Beratungs- und Supervisionsangebot für Kindertageseinrichtungen der Stadt Heidelberg. Insgesamt 5 städtische Einrichtungen können entsprechend seit 2006 die regelmäßige Hilfe und Unterstützung von Mitarbeitern unseres Hauses in Anspruch nehmen.
Für Eltern, die mit ihren Säuglingen und Kleinkindern Rat suchen, haben wir eine speziell auf diesbezügliche Fragen ausgerichtete "Säuglingssprechstunde" eingerichtet.
Auch im Rahmen einer Sondervereinbarung mit dem Jugendamt des Rhein-Neckar-Kreises hat sich der Aufgabenkatalog unserer Beratungsstelle um etliche Tätigkeitsfelder erweitert:
In unseren Außenstellen Eberbach und Ladenburg wird Legasthenie- und Dyskalkulie-Therapie für betroffene Kinder und Jugendliche angeboten, die von dieser Wahrnehmungs- und Lernproblematik betroffen sind.
Des Weiteren konnte sich im Rahmen der Jugendhilfe auch die Aufsuchende Familientherapie (AFT) als modifizierte familientherapeutische Maßnahme etablieren, die von entsprechend qualifizierten Therapeuten unseres Mitarbeiterstabes im Rahmen der Beratungsstelle umgesetzt wird.
Ebenso hat die Intensive Sozialpädagogische Einzelbetreuung (ISE) als spezifische Jugendhilfemaßnahme Eingang in unseren Tätigkeitsbereich gefunden.
Nach wie vor sind wir als Einrichtung an der Internet-Beratung beteiligt, die speziell für Jugendliche aus der Region in Zusammenarbeit mit den Beratungsstellen des Stadt- und Landkreises eingerichtet wurde.
Zentraler Schwerpunkt unserer Erziehungsberatungsstelle bleibt jedoch das individuelle Beratungsangebot für Eltern, Kinder und Jugendliche zur Klärung und Bewältigung ihrer persönlichen und/oder familienbezogenen Probleme.
